Der Markt für Nahrungsergänzungsmittel ist geprägt von großen Versprechen und kleiner Evidenz. Begriffe wie „klinisch getestet“, „wissenschaftlich belegt“ oder „von Experten empfohlen“ begegnen Verbrauchern auf nahezu jeder Produktseite – doch was tatsächlich hinter diesen Behauptungen steckt, bleibt oft unklar.
Bei Maschke Health haben wir uns entschieden, einen anderen Weg zu gehen. Auf dieser Seite legen wir offen, welche wissenschaftlichen Quellen wir nutzen, nach welchen Kriterien wir Studien bewerten und welche konkreten Forschungsarbeiten unsere Einschätzungen prägen. Denn Transparenz bedeutet für uns nicht nur offenzulegen, wie wir uns finanzieren – sondern auch, woher unser Wissen stammt.
Jede Aussage auf diesem Portal, die sich auf die Wirksamkeit, Sicherheit oder Dosierung eines Wirkstoffs bezieht, ist durch mindestens eine wissenschaftliche Primärquelle belegt. Diese Quellen verlinken wir direkt in unseren Artikeln, sodass Sie jeden Beleg selbst nachprüfen können.
Welche Quellen wir nutzen – und wie wir sie gewichten
Nicht jede Studie ist gleich aussagekräftig. In der evidenzbasierten Medizin existiert eine klare Hierarchie, die beschreibt, welche Forschungsdesigns die zuverlässigsten Ergebnisse liefern. Wir orientieren uns an dieser Hierarchie und machen in unseren Artikeln transparent, auf welcher Evidenzstufe eine Aussage basiert.
In unseren Artikeln kennzeichnen wir die Evidenzstufe, auf der eine Aussage basiert. Wenn wir schreiben „Die Studienlage deutet darauf hin“, verweist das auf eine andere Evidenzqualität als „Multiple RCTs belegen konsistent“. Diese sprachliche Differenzierung ist uns wichtig, weil sie Ihnen als Leser ermöglicht, die Belastbarkeit einer Aussage selbst einzuschätzen.
Herstellerangaben und Anwenderberichte werden von uns niemals als alleinige Grundlage für eine Bewertung herangezogen. Sie können ergänzend erwähnt werden, werden dann aber explizit als solche gekennzeichnet.
Wie wir Studien bewerten – Unsere Kriterien
Eine Studie zu zitieren ist einfach. Eine Studie richtig einzuordnen ist die eigentliche Herausforderung. Der Unterschied zwischen einer belastbaren und einer fragwürdigen Studie liegt häufig in Details, die auf den ersten Blick nicht sichtbar sind. Deshalb prüfen wir jede Studie, die wir in unseren Artikeln verwenden, anhand folgender Kriterien:
Studiendesign
Handelt es sich um eine randomisierte, placebokontrollierte Studie? Oder um eine offene Beobachtungsstudie ohne Kontrollgruppe? Das Design bestimmt maßgeblich, wie belastbar die Ergebnisse sind. Wir bevorzugen Designs mit Verblindung und Randomisierung, da sie Verzerrungen minimieren.
Stichprobengröße
Eine Studie mit 15 Teilnehmern hat eine andere Aussagekraft als eine mit 500. Kleine Stichproben können Trends aufzeigen, aber selten belastbare Schlussfolgerungen liefern. Wir benennen die Teilnehmerzahl in unseren Artikeln und ordnen ein, ob die Studie ausreichend gepowert war.
Studiendauer
Viele Nahrungsergänzungsmittel werden über Wochen oder Monate eingenommen. Eine Studie, die nach drei Tagen endet, kann wenig über langfristige Wirksamkeit oder Sicherheit aussagen. Wir achten auf angemessene Studiendauern und weisen auf Limitationen kurzer Untersuchungszeiträume hin.
Finanzierung & Interessenkonflikte
Wer hat die Studie bezahlt? Studien, die vollständig vom Hersteller des untersuchten Produkts finanziert wurden, interpretieren wir mit besonderer Vorsicht. Das bedeutet nicht, dass herstellerfinanzierte Studien automatisch wertlos sind – aber es erfordert eine kritischere Einordnung. Wir machen die Finanzierungsquelle in unseren Artikeln transparent.
Reproduzierbarkeit
Wurde das Ergebnis in unabhängigen Folgestudien bestätigt? Ein einzelnes positives Ergebnis ist ein Hinweis, kein Beweis. Erst wenn mehrere unabhängige Forschergruppen zu ähnlichen Ergebnissen kommen, sprechen wir von belastbarer Evidenz.
Publikationsort
Wo wurde die Studie veröffentlicht? Peer-reviewed Journals mit Impact Factor bieten durch den Begutachtungsprozess eine Mindestqualitätssicherung. Preprints, Konferenzposter oder reine Herstellerpublikationen bewerten wir entsprechend vorsichtiger.
Unsere Datenbanken & Recherche-Ressourcen
Für unsere Recherche greifen wir auf etablierte wissenschaftliche Datenbanken und institutionelle Quellen zurück. Im Folgenden stellen wir die wichtigsten Ressourcen vor, die wir regelmäßig nutzen:
PubMed / MEDLINE
Die weltweit größte biomedizinische Datenbank, betrieben von der U.S. National Library of Medicine. Mit über 36 Millionen Einträgen unsere primäre Anlaufstelle für die Literaturrecherche. PubMed bietet freien Zugang zu Abstracts und in vielen Fällen zu Volltexten.
pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
Cochrane Library
Der Goldstandard für systematische Reviews. Cochrane-Reviews fassen die gesamte verfügbare Evidenz zu einer Fragestellung zusammen und gelten als höchste Stufe der Evidenzhierarchie. Wenn ein Cochrane-Review zu einem Wirkstoff existiert, ist er unsere erste Referenz.
cochranelibrary.com
EFSA Journal
Das wissenschaftliche Journal der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit. Besonders relevant für die Bewertung von Health Claims – also der Frage, welche gesundheitsbezogenen Aussagen zu Lebensmitteln und NEM in der EU wissenschaftlich anerkannt sind.
efsa.europa.eu/en/publications
DGE – Deutsche Gesellschaft für Ernährung
Die DGE veröffentlicht Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr, die in Deutschland als maßgebliche Orientierung gelten. Wir nutzen die DGE-Referenzwerte als Baseline, wenn wir Dosierungen einordnen.
dge.de
ClinicalTrials.gov
Das internationale Register für klinische Studien. Hier lassen sich laufende und abgeschlossene Studien zu spezifischen Wirkstoffen recherchieren – einschließlich Studien, deren Ergebnisse nie veröffentlicht wurden (sogenannter Publikationsbias).
clinicaltrials.gov
Google Scholar
Als ergänzendes Recherche-Tool nutzen wir Google Scholar, um Querverweise, Zitationshäufigkeiten und graue Literatur zu identifizieren. Google Scholar ersetzt keine systematische Datenbankrecherche, ist aber ein wertvolles Werkzeug für die Breitenrecherche.
scholar.google.com
Ausgewählte Studien, die unsere Arbeit prägen
Die folgenden Studien repräsentieren einen Querschnitt der wissenschaftlichen Arbeiten, auf die wir uns in unseren Artikeln besonders häufig stützen. Diese Liste wird regelmäßig aktualisiert.
Themenbereich: Gewichtsmanagement
Onakpoya I, Posadzki P, Ernst E (2014)
The efficacy of glucomannan supplementation in overweight and obesity: a systematic review and meta-analysis of randomized clinical trials
Journal of the American College of Nutrition, 33(1), 70–78
Diese systematische Übersicht fasst die Ergebnisse mehrerer RCTs zur Wirkung von Glucomannan auf das Körpergewicht zusammen. Die Autoren fanden einen statistisch signifikanten, aber moderaten Effekt auf die Gewichtsreduktion bei übergewichtigen Erwachsenen. Die Qualität der eingeschlossenen Studien war jedoch heterogen.
https://doi.org/10.1080/07315724.2014.870013
Jurgens TM, Whelan AM, Killian L et al. (2012)
Green tea for weight loss and weight maintenance in overweight or obese adults
Cochrane Database of Systematic Reviews, Issue 12, Art. No.: CD008650
Dieser Cochrane-Review untersuchte die Wirkung von Grüntee-Präparaten auf Gewichtsverlust und -erhaltung. Die Ergebnisse zeigten keinen klinisch bedeutsamen Effekt auf das Körpergewicht. Die Autoren schlussfolgerten, dass Grüntee-Präparate keinen signifikanten Beitrag zum Gewichtsmanagement leisten.
https://doi.org/10.1002/14651858.CD008650.pub2
Pittler MH, Ernst E (2004)
Dietary supplements for body-weight reduction: a systematic review
American Journal of Clinical Nutrition, 79(4), 529–536
Eine umfassende Übersicht über Nahrungsergänzungsmittel zur Gewichtsreduktion. Die Autoren bewerteten die Evidenz für zahlreiche Wirkstoffe und fanden für die meisten keine überzeugende Evidenz. Nur für wenige Substanzen wie Glucomannan existierten vielversprechende Hinweise.
https://doi.org/10.1093/ajcn/79.4.529
Themenbereich: Vitamine & Mikronährstoffe
Fortmann SP, Burda BU, Senger CA et al. (2013)
Vitamin and Mineral Supplements in the Primary Prevention of Cardiovascular Disease and Cancer: An Updated Systematic Evidence Review for the U.S. Preventive Services Task Force
Annals of Internal Medicine, 159(12), 824–834
Diese umfangreiche Evidenzübersicht untersuchte, ob Vitamin- und Mineralstoffsupplemente kardiovaskulären Erkrankungen und Krebs vorbeugen können. Die Ergebnisse zeigten für die meisten Supplemente keinen klaren Nutzen in der Primärprävention bei gut ernährten Erwachsenen.
https://doi.org/10.7326/0003-4819-159-12-201312170-00729
Bischoff-Ferrari HA, Willett WC, Orav EJ et al. (2012)
A pooled analysis of vitamin D dose requirements for fracture prevention
New England Journal of Medicine, 367(1), 40–49
Diese gepoolte Analyse von RCTs untersuchte die optimale Vitamin-D-Dosis zur Frakturprävention bei älteren Erwachsenen. Die Ergebnisse zeigten, dass eine tägliche Zufuhr von 800 IE Vitamin D das Frakturrisiko signifikant senkte – eine wichtige Referenz für unsere Dosierungsempfehlungen.
https://doi.org/10.1056/NEJMoa1109617
Themenbereich: Darmgesundheit
Hempel S, Newberry SJ, Maher AR et al. (2012)
Probiotics for the Prevention and Treatment of Antibiotic-Associated Diarrhea: A Systematic Review and Meta-analysis
JAMA, 307(18), 1959–1969
Dieser vielzitierte Review analysierte 63 RCTs zur Wirkung von Probiotika bei Antibiotika-assoziierter Diarrhö. Die Ergebnisse zeigten eine signifikante Risikoreduktion. Die Studie ist eine zentrale Referenz für unsere Einordnung probiotischer Produkte.
https://doi.org/10.1001/jama.2012.3507
Ford AC, Quigley EMM, Lacy BE et al. (2014)
Efficacy of Prebiotics, Probiotics, and Synbiotics in Irritable Bowel Syndrome and Chronic Idiopathic Constipation: Systematic Review and Meta-analysis
American Journal of Gastroenterology, 109(10), 1547–1561
Diese Meta-Analyse bewertete die Wirksamkeit von Pro-, Prä- und Synbiotika bei Reizdarmsyndrom und chronischer Verstopfung. Die Ergebnisse zeigten moderate positive Effekte für bestimmte Probiotika-Stämme, während die Evidenz für Präbiotika und Synbiotika weniger eindeutig war.
https://doi.org/10.1038/ajg.2014.202
Was wir bewusst nicht tun
Transparenz bedeutet auch, die eigenen Grenzen zu benennen. Deshalb möchten wir offenlegen, was Maschke Health ausdrücklich nicht ist und nicht tut:
- Wir stellen keine Diagnosen und geben keine individuellen Therapieempfehlungen. Unsere Inhalte ersetzen in keinem Fall eine ärztliche Beratung.
- Wir übernehmen keine Studienergebnisse unkritisch. Wenn eine Studie methodische Schwächen aufweist, benennen wir diese – auch wenn das Ergebnis positiv ist.
- Wir veröffentlichen keine Inhalte im Auftrag von Herstellern. Bezahlte Kooperationen mit Einfluss auf redaktionelle Inhalte gibt es bei uns nicht.
- Wir verwenden keine erfundenen Testergebnisse oder gefälschten Siegel. Verweise auf institutionelle Tests (z.B. Stiftung Warentest, Öko-Test) erfolgen nur, wenn ein solcher Test tatsächlich existiert.
- Wir geben keine Heilversprechen. Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel, und wir kommunizieren das klar.